John Lurie

geboren am 14.12.1952 in Minneapolis, MN, USA

Links www.strangeandbeautiful.com (Englisch)

John Lurie

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John Lurie (* 14. Dezember 1952 in Worcester, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Komponist, Musiker, Schauspieler, Film- und Musikproduzent sowie auch Maler und Autor.

Leben und Wirken

Musik und Film

Lurie gründete 1978 mit seinem Bruder Evan Lurie in New York die Gruppe The Lounge Lizards, in der er Alt- und Sopransaxophon spielte. Lurie prägte den Begriff Fake-Jazz, um die Musik der Lounge Lizards zu beschreiben.[1]

Anfang der 1980er Jahre spielte er in den ersten drei Filmen von Jim Jarmusch, für die er auch die Filmmusik komponierte: Permanent Vacation, Stranger than Paradise, Down by Law. Spätestens durch Stranger than Paradise hatte er mit seinem lakonisch-coolen Auftreten mit Borsalino-Fedora und altem Anzug über Downtown New York hinaus Kultstatus.

Für die Serie Fishing with John von Anfang der 1990er Jahre lud Lurie berühmte Kollegen zum Fischen ein, obwohl er (laut Untertitel) selbst keine Ahnung vom Fischen hatte. Mit dabei waren Willem Dafoe, Matt Dillon, Dennis Hopper, Jim Jarmusch und Tom Waits.[2]

John Lurie gründete 1998 mit „Strange & Beautiful Music“ sein eigenes Musiklabel und veröffentlichte das vorerst letzte Album der Lounge Lizards, Queen of All Ears und den Soundtrack zu Fishing with John. 1999 wurde hier auch sein Marvin-Pontiac-Projekt veröffentlicht, das posthume „Erbe“ eines afrikanisch-jüdischen Bluesmusikers.[3] Die Figur des Marvin Pontiac und alle Songs wurden von Lurie selbst geschaffen. Lounge-Lizards-Musiker wie Marc Ribot und Billy Martin halfen bei den Aufnahmen, auch Eszter Bálint, seine Mitspielerin aus Stranger than Paradise ist auf dem Album zu hören (Small Car).

Malerei

Lurie zog sich nach einer Infektion mit Borreliose 1994 häufiger zurück und malt seit dieser Zeit. Er stellt seine naiven Bilder seit 2004 u. a. in New York, München[4] und Amsterdam aus,[5] sowie 2012 in Berlin[6] und veröffentlichte 2007 zwei Bücher: Learn to Draw mit Zeichnungen beim Verlag Walther König[7] und A Fine Example of Art bei powerHouse,[8] in der er als Maler wie auch erstmals als Autor einfacher, kurzer Texte auftritt. Lurie malt im Grunde bereits seit den 70ern. Doch erst die Borreliose-Krankheit bewog ihn, sich auf diese Kunstform zu konzentrieren („It was like: Ok I am putting my soul into this“[9]). Er begann mit Bleistiftzeichnungen und arbeitet heute mit Aquarell und Öl. Lurie sieht seine Gemälde als die natürliche Fortsetzung seiner Malerei in der Kindheit und bezieht sich generell positiv auf den „kindlichen“ Zugang zur Kunst.[10] Das Museum of Modern Art hat einige seiner Werke in seine permanente Kollektion aufgenommen.

Offener Brief

Zeitweise kämpfte Lurie für den Rückruf eines Artikels über ihn,[11] der 2010 im Magazin The New Yorker erschien. Freunde und andere Leute, die für diesen Artikel interviewt wurden, verfassten einen offenen Brief[12] und schickten ihn an das Magazin. Sie beschrieben in diesem Brief, dass ihre Worte „verdreht, falsch zitiert oder ignoriert“ wurden und dass der Mensch, der in diesem Artikel beschrieben wurde, nicht Lurie ist. Auf Unterschriftenliste finden sich neben Freunden und Bekannten auch etliche Persönlichkeiten aus der Kunst und Kulturszene. Der Artikel hat angeblich eine bereits bestehende Stalking-Situation angefacht, da er teilweise auf falschen Aussagen des Stalkers beruht.[13]

Erstmals neuer Auftritt in der Öffentlichkeit

Lurie unternimmt neuerdings tastende Schritte zurück in die Öffentlichkeit, wie Anfang Januar 2013 zu einem Publikumsgespräch anlässlich der Ausstrahlung seines Fishing with John-Projektes.[14] Eine neue CD mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen des John Lurie National Orchestra ist seit Januar 2014 im Handel.[15]

Trivia

Lurie ist Mitglied des inoffiziellen „Geheimclubs“ Sons of Lee Marvin, der in den 1980er Jahren von Jim Jarmusch in Andenken an den Schauspieler Lee Marvin gegründet wurde.

Filmografie (Auswahl)

  • 1980: Underground U.S.A.
  • 1980: Permanent Vacation
  • 1981: Subway Riders
  • 1983: Stranger than Paradise
  • 1984: Paris, Texas
  • 1985: Susan … verzweifelt gesucht (Desperately Seeking Susan)
  • 1986: Down by Law
  • 1988: Die letzte Versuchung Christi (The Last Temptation of Christ)
  • 1990: Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (Wild at Heart)
  • 1991: Fishing with John (sechsteilige Fernsehdokumentarfilmreihe)
  • 1995: Smoke
  • 1998: New Rose Hotel
  • 2000: Sleepwalk

Diskografie (Auswahl)

  • 1981–1998: mit The Lounge Lizards
  • 1993: John Lurie National Orchestra: Men with Sticks (MtM/Crammed Discs) Trio mit Billy Martin und Calvin Weston
  • 1991–1994: John Lurie National Orchestra: The Invention of Animals (Amulet) mit Billy Martin und Calvin Weston (ed. 2014)
  • 1999: The Legendary Marvin Pontiac: Greatest Hits (Strange and Beautiful Music) u. a. mit John Medeski und Marc Ribot
  • 2017: Marvin Pontiac: The Asylum Tapes (Strange and Beautiful Music)

Soundtracks

  • 1980: Permanent Vacation
  • 1985: Stranger Than Paradise / The Resurrection of Albert Ayler (Made to Measure/Crammed Discs)
  • 1987: Down by Law / Variety (MtM/Crammed Discs)
  • 1989: Mystery Train (Milan)
  • 1991: Fishing with John (Strange and Beautiful Music, 1998)
  • 1995: Get Shorty (Verve)
  • 1996: Manny & Lo
  • 1997: Excess Baggage (dt. Ärger im Gepäck) (Prophesy)
  • 1998: Clay Pigeons – Lebende Ziele (unveröffentlicht)
  • 1999: African Swim / Manny & Lo (Strange and Beautiful Music)
  • 2003: Late Night with Conan O’Brien: 10th Anniversary Special (unveröffentlicht)

Weblinks

 Commons: John Lurie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.avclub.com/articles/john-lurie,13553/ „[…] "fake jazz" is a term I invented after our first concert in 1979; I just threw it out there.“ John Lurie 1998 in einem Interview mit Joshua Klein
  2. Fishing with John. Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (englisch).
  3. http://www.strangeandbeautiful.com/marvin/
  4. John Lurie: My Clown's on Fire. New works on paper. Galerie Daniel Blau, München 2005, ISBN 978-3000165856
  5. http://www.johnlurieart.com/biography/
  6. http://www.exberliner.com/reviews/art-is-john-lurie/
  7. John Lurie: Learn to Draw. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2007, ISBN 978-3-86560-087-5
  8. John Lurie: A Fine Example of Art. powerHouse Books, New York 2007, ISBN 978-1576873779
  9. https://www.youtube.com/watch?v=UFyaj6fx7GY&feature=youtu.be
  10. http://magazine.seymourprojects.com/2012/03/john-lurie-superhero/
  11. Tad Friend Sleeping with weapons. Why did John Lurie disappear, The New Yorker, 16. August 2010
  12. Offener Brief/
  13. Interview mit Lurie (jambands.com, Februar 2011)
  14. https://www.youtube.com/watch?v=UFyaj6fx7GY&feature=youtu.be
  15. http://pitchfork.com/reviews/albums/18865-the-john-lurie-national-orchestra-the-invention-of-animals/
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