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Musiker

Daniele Silvestri

Daniele Silvestri

geboren am 18.8.1968 in Roma, Lazio, Italien

Links www.danielesilvestri.it (Italienisch)

Daniele Silvestri

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Daniele Silvestri (* 18. August 1968 in Rom) ist ein italienischer Cantautore. Er nahm mehrfach am Sanremo-Festival teil und wurde mit diversen Auszeichnungen bedacht, darunter einem David di Donatello für den besten Filmsong.

Karriere

Silvestris Vater Alberto war Schriftsteller und Fernsehautor. Als Kind lernte er Klavier und Gitarre, später war er in verschiedenen Musikgruppen tätig und gründete auch selbst eine kurzlebige Band. Sein offizielles Debüt gab er im Sommer 1994 mit dem selbstbetitelten Debütalbum, das mit der Targa Tenco für das beste Debüt ausgezeichnet wurde. Darauf war das Lied Voglia di gridare enthalten, mit dem er im Wettbewerb Sanremo Giovani die Qualifikation für die Newcomer-Kategorie des Sanremo-Festivals 1995 schaffte. Dort präsentierte er das Lied L’uomo col megafono, das ihm einen 10. Platz und den Volare-Preis für den besten literarischen Text einbrachte. Es folgten das Album Prima di essere un uomo und die im Radio sehr erfolgreiche Single Le cose in comune, ausgezeichnet mit der Targa Tenco als Lied des Jahres.

Nach einer ersten Tournee schrieb Silvestri im Juni 1996 den Soundtrack für den Film Cuori al verde von Giuseppe Piccioni; Lieder daraus fanden auch Eingang in sein drittes Studioalbum Il dado. Das Lied Cohiba war Che Guevara gewidmet. Es folgte eine lange Tournee, wobei Max Gazzè als Bassist in Erscheinung trat. Teil der Tournee war auch ein Auftritt bei einer Veranstaltung im kommunistischen Havanna. Im Mai 1997 trat er als Schauspieler und Sänger an der Seite von Rocco Papaleo im Theaterstück Rosso fiammante bloccato neve dubbio vetro tesi infinito auf. Einige Monate später ging das Frankenstein-Musical mit Tullio Solenghi auf Tournee, für das Silvestri die Musik komponiert hatte.

1998 schrieb er wieder Musik für einen Filmsoundtrack, Barbara, und für das Theaterstück Domani notte a mezzanotte qui, beide von Angelo Orlando. Nach der Arbeit am neuen Album nahm Silvestri 1999 erneut am Sanremo-Festival teil, diesmal in der Hauptkategorie. Das Lied Aria, in welchem er das Leben im Gefängnis thematisiert, brachte ihm den „Mia Martini“-Kritikerpreis ein. Kurz darauf veröffentlichte er sein viertes Album Sig. Dapatas und schrieb die Filmmusik zu Albania von Fabrizio Maria Cortese mit Giancarlo Giannini. Im Sommer 2000 war er für die Musik für Tango verantwortlich, ein Theaterstück von Francesca Zanni, das vom Schicksal der Desaparecidos in Argentinien handelt. Im Oktober veröffentlichte er das erste Best-of Occhi da Orientale – Il meglio di Daniele Silvestri, das auch drei bis dahin unveröffentlichte Lieder enthielt und seine letzte Veröffentlichung beim Label Dischi Ricordi war.

Im Jahr 2002 nahm Silvestri wieder am Sanremo-Festival teil, diesmal mit Salirò. Auch diesmal erhielt er den Kritikerpreis und anschließend vier Italian Music Awards (für die beste Komposition, das beste Video, die beste Single und das beste Arrangement), außerdem stieg das Lied bis auf Platz fünf der Charts. Es folgten zwei weitere Singles, Sempre di domenica und Il mio nemico (ausgezeichnet durch Amnesty International), die auf seinem sechsten Album Unò–dué enthalten sind. Das Album erschien bei seinem eigenen Label Panama, im Vertrieb von Sony. 2003 veröffentlichte der Musiker das Buch L’autostrada, in dem er mit Fotos, Texten und Tagebucheinträgen seine letzte Tournee und seine musikalischen Aktivitäten beschrieb. Das Jahr endete mit einem Konzert in Maputo in Mosambik zur Unterstützung einer Hilfskampagne für die Dritte Welt.

Ein Jahr später erschien Silvestris erstes Livealbum Livre trânsito. Darauf waren auch die Lieder Kunta Kinte (in Zusammenarbeit mit Frankie HI-NRG), Il secondo da sinistra (geschrieben für Mina) und Il fiume e la nebbia (geschrieben für Fiorella Mannoia) enthalten. Auch 2004 beteiligte er sich am Benefizkonzert in Mosambik, diesmal zusammen mit Max Gazzè. Anschließend zog er sich für eine Weile aus der Öffentlichkeit zurück.

Erst 2007 kehrte Silvestri mit dem Lied La paranza nach Sanremo zurück, wo er den vierten Platz erreichen konnte. Das Lied brachte ihm auch Platz zwei in den Charts ein. Im März erschien sein achtes Album mit dem Titel Il latitante. Die Single Mi persi fand Eingang in den Soundtrack des Films Notturno Bus mit Valerio Mastandrea und Giovanna Mezzogiorno und wurde mit dem David di Donatello für das beste Lied ausgezeichnet. Die zweite Single Gino e l’Alfetta wurde zur offiziellen Hymne des Gay Pride 2007 erklärt, der in Rom stattfand. Danach erschien das Lied A me ricordi il mare in Zusammenarbeit mit der Band Otto Ohm; außerdem schrieb Silvestri zwei Lieder, die von dem Schauspieler Nicolas Vaporidis im Film Questa notte è ancora nostra gesungen werden.

Nach der Kompilation Monetine (2008), auf der auch das Paolo-Conte-Cover Una giornata al mare enthalten war, veröffentlichte Silvestri 2011 das nächste Studioalbum S.C.O.T.C.H.. Darauf arbeitete er etwa mit Niccolò Fabi, Gino Paoli und Raiz zusammen. Danach war er wieder für Soundtracks tätig: Zunächst für Immaturi – Il viaggio, dann für Capitan Kuk, aus dem auch ein Musical hervorging. 2013 ging er erneut beim Sanremo-Festival ins Rennen und präsentierte A bocca chiusa und Il bisogno di te (ricatto d’onor), wobei ersteres den sechsten Platz erreichen konnte. Im Anschluss erschien die EP Che nemmeno Mennea. Anfang 2014 legte er mit Tutta colpa di Freud (Il giardino di Psiche) den Titelsong des Films Tutta colpa di Freud von Paolo Genovese vor.[1]

Ebenfalls 2014 schloss er sich mit Max Gazzè und Niccolò Fabi zum Projekt Fabi Silvestri Gazzè zusammen,[2] aus dem das Kollaboalbum Il padrone della festa hervorging, das für alle drei Beteiligten das erste Nummer-eins-Album wurde. Nach der ausgedehnten gemeinsamen Tournee veröffentlichten sie 2015 auch ein gleichnamiges Livealbum. 2016 meldete sich Silvestri wieder mit seinem nächsten Soloalbum Acrobati zurück, das die Spitze der Albumcharts erreichen konnte.

Von 2000 bis 2009 lebte Silvestri in einer festen Beziehung mit der Schauspielerin Simona Cavallari, mit der er zwei Kinder hat. 2012 heiratete er Lisa Lelli.

Diskografie

Alben

Studioalben

  • Daniele Silvestri (1994; Dischi Ricordi)
Jahr Titel Charts[3] Anmerkungen
Italien IT
1995 Prima di essere un uomo 21
(9 Wo.)
Dischi Ricordi
1996 Il dado 34
(3 Wo.)
BMG Ricordi
1999 Sig. Dapatas 19
(6 Wo.)
BMG Ricordi
2002 Unò-dué 7
(41 Wo.)
Panama/Sony
2007 Il latitante 5
(34 Wo.)
Panama/Sony
2011 S.C.O.T.C.H. 5
(34 Wo.)
Sony
 Gold (30.000+)[4]
2014 Il padrone della festa 1
(50 Wo.)
Universal/Sony
als Fabi Silvestri Gazzè
 Platin (50.000+)[4]
2016 Acrobati 1
(34 Wo.)
Sony
 Gold (25.000+)[4]

EPs

Jahr Titel Charts[5] Anmerkungen
Italien IT
2013 Che nemmeno Mennea 55
(2 Wo.)
Sony
(in den Singlecharts platziert)

Livealben

Jahr Titel Charts[3] Anmerkungen
Italien IT
2004 Livre trânsito 15
(9 Wo.)
BMG Ricordi
2015 Il padrone della festa – Live 6
(21 Wo.)
Universal/Sony
als Fabi Silvestri Gazzè

Kompilationen

Jahr Titel Charts[3] Anmerkungen
Italien IT
2000 Occhi da orientale – Il meglio di Daniele Silvestri 30
(14 Wo.)
BMG Ricordi
2008 Monetine 6
(21 Wo.)
Sony BMG

Singles

Jahr Titel
Album
Charts[5] Anmerkungen
Italien IT
2002 Salirò
Unò-dué
5
(29 Wo.)
IT (2017):  Gold (25.000+)[4]
2004 Kunta Kinte
Livre trânsito
19
(8 Wo.)
2007 La paranza
Il latitante
2
(27 Wo.)
Gino e l’Alfetta
Il latitante
21
(7 Wo.)
2008 Monetine
Monetine
25
(10 Wo.)
2010 Precario è il mondo
S.C.O.T.C.H.
44
(2 Wo.)
(feat. Raiz)
2011 Ma che discorsi
S.C.O.T.C.H.
43
(18 Wo.)
2012 Il viaggio (Pochi grammi di coraggio)
S.C.O.T.C.H. (Ultra Resistant Edition)
66
(4 Wo.)
2013 A bocca chiusa
Che nemmeno Mennea
23
(3 Wo.)
Il bisogno di te (ricatto d’onor)
Che nemmeno Mennea
99
(1 Wo.)
2014 Tutta colpa di Freud (Il giardino di psiche) 63
(5 Wo.)
Life Is Sweet
Il padrone della festa
23
(14 Wo.)
als Fabi Silvestri Gazzè
 Gold (15.000+)[4]
L’amore non esiste
Il padrone della festa
12
(18 Wo.)
als Fabi Silvestri Gazzè
 Gold (15.000+)[4]
2016 Quali alibi
Acrobati
77
(3 Wo.)

weitere Singles

  • Voglia di gridare (1994)
  • L’uomo col megafono (1995)
  • Le cose in comune (1995)
  • Un giorno lontano (1996)
  • Banalità (1996)
  • Cohiba (1997)
  • Strade di Francia (1998)
  • Aria (1999)
  • Amore mio (1999)
  • Occhi da orientale (2000) – IT (2017):  Gold (25.000+)[4]
  • Sempre di domenica (2002)
  • Il mio nemico (2002)
  • Mi persi (2007)
  • A me ricordi il mare (feat. Otto Ohm; 2007)
  • Una giornata al mare (2008)
  • Monito® (2011)
  • Fifty-Fifty (2011)
  • Come mi pare (Fabi/Silvestri/Gazzè; 2014)
  • Canzone di Anna (Fabi/Silvestri/Gazzè; 2015)
  • Acrobati (2016)
  • Pochi giorni (2016)
  • La guerra del sale (feat. Caparezza; 2016)

Weblinks

 Commons: Daniele Silvestri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. Arianna Galati: Daniele Silvestri, Tutta Colpa Di Freud: testo e video. In: SoundsBlog.it. Blogo.it, 17. Januar 2014, abgerufen am 19. Mai 2017 (italienisch).
  2. FSG – Fabi Silvestri Gazzè. Abgerufen am 9. Mai 2017 (italienisch).
  3. a b c Chartquellen (Alben):
    • Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Album. Lulu, 2013, S. 167.
    • Alben von Daniele Silvestri. In: Italiancharts.com. Hung Medien, abgerufen am 19. Mai 2017.
  4. a b c d e f g Certificazioni, Silvestri. FIMI, abgerufen am 19. Mai 2017 (italienisch).
  5. a b Chartquellen (Singles):
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