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Musiker

Jack Nitzsche

Jack Nitzsche - © www.flickr.com/people/9234152@N03/

geboren am 22.4.1937 in Chicago, IL, USA

gestorben am 25.8.2000 in Los Angeles, CA, USA

Links www.spectropop.com (Englisch)

Jack Nitzsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bernard Alfred „Jack“ Nitzsche (* 22. April 1937 in Chicago; † 25. August 2000 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Pianist, Arrangeur und Komponist.

Leben

Nitzsche wuchs in Chicago auf und zog später mit seinen Eltern nach Los Angeles. Als Kind erhielt er Klavierunterricht. Am College studierte der Sohn deutscher Einwanderer Musik und arbeitete danach zunächst bei verschiedenen Schallplattenfirmen, wo er vor allem seine Kenntnisse als Arrangeur vertiefen konnte.

Ab 1962 schrieb er zahlreiche Arrangements für den Musikproduzenten Phil Spector, der in den Gold Star Studios Erfolge mit seinem Wall of Sound mit Interpreten wie Bob B. Soxx & the Blue Jeans, The Ronettes oder The Crystals feierte. Jack Nitzsche arbeitete als musikalischer Direktor für die legendäre T.A.M.I. Show, auf der u. a. James Brown und die Rolling Stones auftraten.[1] Nitzsche arrangierte auch für The Monkees, Randy Newman oder die Rolling Stones (Play with Fire, Let’s Spend the Night Together, You Can’t Always Get What You Want).[2] Unter anderem arrangierte er 1966 River Deep, Mountain High von Ike und Tina Turner, Needles and Pins von den Searchers oder Broken Arrow und Expecting To Fly von Buffalo Springfield. Zwischen 1969 und 1971 war er Pianist von Neil Youngs Begleitband Crazy Horse.

In den 1970er Jahren vertonte Nitzsche die Filme Performance, Der Exorzist und Einer flog über das Kuckucksnest und avancierte in den 1980er Jahren zu einem der erfolgreichsten Filmkomponisten Hollywoods. Er wurde mehrfach für den Oscar in den Sparten Beste Musik und Bester Song nominiert. Zudem produzierte er einige Alben von Mink DeVille.

1979 geriet er in die Schlagzeilen – Nitzsche befand sich zu jener Zeit am Tiefpunkt seiner damaligen Drogenabhängigkeit –, als er seine Freundin, die Schauspielerin Carrie Snodgress, mit einer Waffe attackierte. Im darauffolgenden Gerichtsprozess bekannte er sich schuldig und wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. 1982 gewann er, gemeinsam mit Buffy Sainte-Marie und Will Jennings, den Oscar für den besten Filmsong Up Where We Belong (Joe Cocker/Jennifer Warnes) aus dem Film Ein Offizier und Gentleman.

Jack Nitzsche war in erster Ehe mit Gracia Ann May (Ex-Mitglied von Phil Spectors Girlgroup The Blossoms) und in zweiter Ehe mit Buffy Sainte-Marie verheiratet. Er starb 63-jährig an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Los Angeles.

Werke

Filmmusik

  • 1965: Village of the Giants (erste Filmarbeit) (Regie: Bert I. Gordon)
  • 1970: Performance (Regie: Donald Cammell, Nicolas Roeg)
  • 1972: Greaser’s Palace (Regie: Robert Downey senior)
  • 1973: Der Exorzist (Regie: William Friedkin)
  • 1975: Einer flog über das Kuckucksnest (Regie: Miloš Forman)
  • 1978: Blue Collar (Regie: Paul Schrader)
  • 1980: Cruising (Regie: William Friedkin)
  • 1981: Cutter’s Way – Keine Gnade (Regie: Ivan Passer)
  • 1982: Die Straße der Ölsardinen (Cannery Row) (Regie: David S. Ward)
  • 1982: Ein Offizier und Gentleman (Regie: Taylor Hackford)
  • 1983: Atemlos (Breathless) (Regie: Jim McBride)
  • 1984: Starman (Regie: John Carpenter)
  • 1985: Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (The Jewel of the Nile) (Regie: Lewis Teague)
  • 1986: Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (Regie: Rob Reiner)
  • 1986: Die Whoopee Boys (Regie: John Byrum)
  • 1986: Streets of Gold (Regie: Joe Roth)
  • 1988: Das siebte Zeichen (The Seventh Sign) (Regie: Carl Schultz)
  • 1989: Ruf nach Vergeltung (Next of Kin) (Regie: John Irvin)
  • 1990: Revenge – Eine gefährliche Affäre (Regie: Tony Scott)
  • 1990: Meerjungfrauen küssen besser (Mermaids) (Regie: Richard Benjamin)
  • 1990: Blue Heat – Einsame Zeit für Helden (The Last of the Finest) (Regie: John Mackenzie)
  • 1990: The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer (Regie: Dennis Hopper)
  • 1994: Operation Blue Sky (Blue Sky) (Regie: Tony Richardson)

Diskografie

  • 1963: The Lonely Surfer
  • 1964: Dance to the Hits of the Beatles
  • 1966: Chopin ’66
  • 1968: Neil Young: Neil Young (Pianist, Komponist, Arrangeur und Produzent)
  • 1969: Neil Young und Crazy Horse: Everybody Knows This Is Nowhere
  • 1970: Neil Young: After the Gold Rush
  • 1971: Crazy Horse: Crazy Horse
  • 1972: Neil Young: Harvest
  • 1972: St. Giles Cripplegate

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Marc Spitz: Mick Jagger – Rebell und Rockstar, Hamburg, 2012, S. 149
  2. Keith Richards: LIFE, München, 2010, S. 231.
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