Musikdatenbank

Musiker

Bono

Bono - © David Shankbone

geboren am 10.5.1960 in Dublin, Leinster, Irland

Alias Paul David Hewson

Links www.u2.com (Englisch)

Bono

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Paul David Hewson (KBE; * 10. Mai 1960 in Dublin, Irland), bekannt als Bono, ist ein irischer Musiker. Er ist Sänger, Songwriter, Gitarrist und Frontmann der Rockband U2.

Leben

Paul David Hewson wuchs mit seinen Eltern, Brendan Robert „Bob“ Hewson und Iris (geb. Rankin), sowie seinem um acht Jahre älteren Bruder Norman Robert Hewson in einer Vorstadt der "Northside" von Dublin (Finglas) auf. Der Vater war katholisch, die Mutter anglikanisch.

Seine Schulfreunde nannten ihn Bono Vox (von lateinisch bona vox für „gute Stimme“), in Anlehnung an einen Hörgeräteladen in der Dubliner Innenstadt (BONAVOX). Dieser Spitzname wurde, bald auf Bono gekürzt, zu seinem Künstlernamen.

Als Bono 14 Jahre alt war, starb seine Mutter. Über ihren Tod sagte er später: „Home was no longer home, just a house“ („Daheim war nicht mehr daheim, nur noch ein Haus“). Die Lieder Tomorrow (1981) und Iris (Hold Me Close)[1] (2014) sind ihr gewidmet. 2001 starb Bonos Vater an einem Krebsleiden. Bono widmete ihm die Lieder Sometimes You Can’t Make It on Your Own und One Step Closer, die 2004 auf dem U2-Album How to Dismantle an Atomic Bomb erschienen.[2]

Nachdem er im November 2014 im Central Park einen schweren Fahrradunfall hatte und sich dabei an Händen, Schulter und Ellenbogen verletzte, befürchtet er nicht wieder Gitarre spielen zu können. Der linke Oberarmknochen war an sechs Stellen gebrochen und wurde mit Metallplatten und 18 Schrauben fixiert.[3]

Bono ist seit August 1982 mit Alison Hewson verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter und zwei Söhne und lebt in Killiney, einem Vorort südlich von Dublin.

Musik

Mit 15 Jahren entdeckte Bono seine Neigung zur Musik und zum Gitarrespielen. Inspiriert wurde er durch die Musik von Bands wie der Patti Smith Group, Thin Lizzy oder den Ramones. 1976 meldet er sich in der Mount Temple School in Dublin auf einen Aushang von Larry Mullen junior, der Musiker suchte, um eine Rockband zu gründen. Aus dieser Band wurde nach mehreren Namenswechseln (von „Feedback“ über „The Hype“) 1978 die Band U2.

Seit 2005 arbeitete er zusammen mit Gitarrist The Edge an der Musik für das Broadway-Musical Spider-Man: Turn Off the Dark, das 2011 Premiere hatte.

Der Rolling Stone listete Bono auf Rang 32 der 100 besten Sänger sowie gemeinsam mit The Edge auf Rang 35 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.[4][5]

Politisches und soziales Engagement

Bono nutzt seine Bekanntheit für politische und soziale Zwecke. Seine Hauptanliegen dabei sind die Bekämpfung von AIDS in Afrika und ein Schuldenerlass für Länder der Dritten Welt. Zudem engagierte er sich für die Opfer des Krieges in Bosnien-Herzegowina, so u. a. 1992 mit einer Live-Satelliten-Schaltung während eines Konzertes in London zur eingekesselten bosnischen Hauptstadt Sarajevo. U2 nahm auf seine Anregung hin am Live-Aid-Konzert (zur Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien) im Juli 1985 und an der Conspiracy of Hope-Tour für Amnesty International teil.

Bono war an der Kampagne „Jubilee 2000“ beteiligt, die dafür warb, den Jahrtausendwechsel als Anlass zu nehmen, den ärmsten Ländern Schulden zu erlassen und ihnen damit neue Entwicklungschancen zu ermöglichen. Zusammen mit einigen anderen Aktivisten dieser Kampagne und Bill und Melinda Gates gründete er 2002 die Organisation „Debt, AIDS, Trade in Africa“ (DATA), die sich für Schuldenerlass, Freihandel und die Bekämpfung von AIDS in Afrika einsetzt. Derzeit engagiert sich DATA hauptsächlich innerhalb eines gemeinsamen Zusammenschlusses von mehreren Hilfsorganisationen mit dem Namen „Make Poverty History“.

2005 organisierte Bono zusammen mit Bob Geldof die Wiederauflage von Live Aid unter dem Namen Live 8. Dies war ein weltumspannendes Rockkonzert unter dem Motto „Make Poverty History“, das am 2. Juli 2005 gleichzeitig an zehn Orten der G8-Mitgliedstaaten sowie in Südafrika stattfand. Die Konzerte sollten den Druck auf die führenden Politiker der reichen Staaten verstärken, einen Schuldenerlass für die Dritte-Welt-Länder zu beschließen.

Auf Initiative des US-Finanzministers John W. Snow wurde Bono im März 2005 als neuer Präsident der Weltbank ins Gespräch gebracht. Er sei als Kandidat nicht auszuschließen, erklärte Snow dem US-Sender ABC.

Beim Konzert von Deine Stimme gegen Armut am 7. Juni 2007 in Rostock kam Bono unerwartet auf die Bühne und sang mit Herbert Grönemeyer das Lied Mensch. Bono sang auf Deutsch und zwischendurch auch „Keep your promise“ (deutsch: „Halte dein Versprechen“). Gemeinsam mit Youssou N’Dour, Bob Geldof und Campino sang er zudem den Titel You Never Give Me Your Money.

Bono schrieb das Vorwort des Buches Das Ende der Armut von Jeffrey Sachs.

Kritik

Viele Kritiker werfen Bono immer wieder vor, sein politisches Engagement sei unglaubwürdig. So äußerte der US-amerikanische Regisseur Joel Schumacher 1989 in einem Interview: „Wenn Bono mir sagt, dass der Himmel blau und das Gras grün ist, dann muss ich mich schon sehr anstrengen, um ihm das zu glauben.“[6] Der Stil seiner öffentlichen Auftritte an der Seite namhafter Politiker brachte Bono immer wieder die Kritik ein, sich von den politischen und wirtschaftlichen Machthabern zur Imageaufbesserung missbrauchen zu lassen.[7]

Bono wurde auch kritisiert, weil er einen Teil seiner Einnahmen in den Niederlanden versteuert, wo er nur etwa ein Prozent davon an den Fiskus abführen muss,[8] und gleichzeitig die Industriestaaten zur Erhöhung ihrer Entwicklungshilfe auffordert.[9]

Bono besitzt eine Beteiligung von 1,5 % an Facebook, die er 2009 für erst 90 Millionen US $ und etwas später nochmals für weitere 120 Millionen US $ gekauft hatte.[10] Nach dem Börsengang von Facebook wird sein Anteil auf 1,1 Milliarden US $ geschätzt.[11]

Er ist Mitglied des fünfköpfigen Führungsteams des Private-Equity-Fonds Elevation Partners. [12]

Bono wird in den Paradise Papers genannt. Er soll ein verzweigtes Firmengeflecht von Briefkastenfirmen haben. Gegen eine seiner Firmen die in Litauen ein Einkaufszentrum finanzierte, wurde durch litauische Steuerbehörde VMI eine Untersuchung eingeleitet. Der Vorwurf lautet: "Die Gewinne des Einkaufszentrums sollen falsch verbucht, Steuern dadurch nicht gezahlt worden sein."[13]

Auszeichnungen

Neben diversen Auszeichnungen als Bandmitglied der Gruppe U2 erhielt Bono für sein politisches und soziales Engagement folgende Anerkennungen:

  • Free Your Mind Award (im Rahmen des MTV Europe Music Awards 1999)
  • Europäer des Jahres 2001 (Auszeichnung des Magazins „European Voice“)
  • Ritter der französischen Ehrenlegion, verliehen vom Staatspräsidenten am 28. Februar 2003
  • Ehrendoktorwürde der University of Pennsylvania (18. Mai 2004)
  • TED Prize 2005
  • Deutscher Medienpreis 2005
  • Person of the Year 2005 (zusammen mit Bill und Melinda Gates)
  • Echo 2007 „Sonderpreis für globales Engagement“
  • Knight Commander of the Order of the British Empire (KBE), verliehen am 29. März 2007
  • Liberty Medal 2007
  • Ehrendoktorwürde der Keiō-Universität 2008
  • Mitglied der American Academy of Arts and Sciences (2009)
  • Commandeur De L’Ordre Des Arts Et Des Lettres (Kommandeur des Ordens für Kunst und Literatur), verliehen am 16. Juli 2013
  • Golden Globe für Mandela – Der lange Weg zur Freiheit, verliehen am 12. Januar 2014

Chartplatzierungen


Jahr Titel Chartplatzierungen[14] Anmerkungen
Deutschland DE Osterreich AT Schweiz CH Vereinigtes Konigreich UK Vereinigte Staaten US Irland IE
1985 In a Lifetime
300! 300! 300! 20[15]
(5 Wo.)
300! 300!
mit Clannad
1989 In a Lifetime
300! 300! 300! 17[15]
(7 Wo.)
300! 5
(5 Wo.)
mit Clannad, Wiederveröffentlichung
1994 In the Name of the Father
300! 300! 300! 46[16]
(3 Wo.)
300! 15
(4 Wo.)
1995 North & South of the River
300! 300! 300! 300! 300! 12
(8 Wo.)
1998 Lean On Me
300! 300! 300! 300! 74
(13 Wo.)
300!
Kirk Franklin Feat. Mary J. Blige, Bono, R. Kelly, Crystal Lewis
1999 New Day
72
(2 Wo.)
300! 48
(… Wo.)
23[17]
(2 Wo.)
16
(2 Wo.)
12
(4 Wo.)
2010 Stranded (Haiti Mon Amour)
300! 10
(2 Wo.)
300! 41
(… Wo.)
16
(2 Wo.)
3
(1 Wo.)
mit Rihanna, Jay Z und The Edge
2011 Rise above 1
300! 300! 300! 300! 74
(1 Wo.)
300!
mit Reeve Carney Featuring Bono & The Edge

Sonstiges

  • Die Private-Equity-Beteiligungsgesellschaft Elevation Partners, zu deren Mitbegründern Bono gehört, erwarb mit vermutlich 250 bis 300 Millionen US-Dollar rund 40 % am Forbes Magazine.[18]
  • In der South-Park-Folge „Das Große Geschäft“ (Ep. 1109) spielt Bono eine Hauptrolle und wird am Ende zum „second biggest crap in the world“ (Sinngemäß: der zweitgrößte Scheißhaufen der Welt) ernannt.[19]
  • Bono war einer der Insassen des Wasserflugzeugs The Hemisphere Dancer (eine Grumman HU-16 Albatross) des US-Musikers Jimmy Buffett, als dieses am 16. Januar 1996 kurz nach der Landung im Meer bei Negril auf Jamaika von der Jamaica Constabulary Force beschossen wurde. Bono sagte dazu „I felt as if we were in the middle of a James Bond movie — only this was real.[20] (Übersetzung: "Ich kam mir vor als wären wir mitten in einem James-Bond-Film - nur, dass dies die Wirklichkeit war.") Die Behörden hielten den Flug fälschlicherweise für einen Drogentransport. Mit an Bord waren neben Buffett und Chris Blackwell, Gründer von Island Records, auch Bonos Frau Ali und ihre Kinder. Alle Insassen blieben unverletzt, das Flugzeug wies einige Einschusslöcher auf; es ist heute im Margaritaville Café in Orlando zu sehen.[21] Jimmy Buffett schrieb einen Song über den Vorfall: Jamaica Mistaica, veröffentlicht noch im gleichen Jahr auf dem Album Banana Wind. Bono erklärte später in einem Interview, um sein Leben und das der anderen Insassen gefürchtet zu haben.[22]
  • Bono leidet seit über 20 Jahren an Grünem Star, wodurch seine Augen lichtempfindlich geworden sind. Daher trägt er häufig Sonnenbrillen, was zu einem seiner Erkennungszeichen geworden ist.[23]
  • In Die Simpsons – Der Film verliebt sich Lisa Simpson in den aus Irland stammenden Jungen Colin. Dieser ist musikalisch hochbegabt und erzählt, dass sein Vater auch Musiker ist. Auf Lisas Nachfrage sagt Colin über seinen Vater "Er ist nicht Bono!"

Weblinks

 Commons: Bono – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. songfacts.com: Iris (Hold Me Close)
  2. Mark Chatterton: U2. The Ultimate Encyclopedia. London 2003, ISBN 0-946719-63-2.
  3. Verletzung von U2-Frontmann: Bono fürchtet um sein Gitarrenspiel. In: Spiegel Online. 2. Januar 2015; abgerufen am 26. Januar 2017.
  4. 100 Greatest Singers of All Time. Rolling Stone; 2. Dezember 2010; abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  5. The 100 Greatest Songwriters of All Time. Rolling Stone; August 2015; abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  6. Time Out Magazine, 14. August 1989
  7. Dave Bleakney: BONO, BLOODY BONO. In: ZNet. 12. Februar 2002; abgerufen am 26. Januar 2017.
  8. Falk Madeja: Bono von U2 – ein Steuerflüchtling im Kampf für das Gute. In: taz. 28. Februar 2009; abgerufen am 26. Januar 2017.
  9. Silvia Engels: Die Zivilgesellschaft muss viel Druck aufbauen. Deutschlandradio; 12. März 2008; abgerufen am 26. Januar 2017 (Bono im Interview).
  10. Investmentfirma von Bono Vox kauft Facebook-Aktien. In: Vorarlberg Online. 2. Juli 2010; abgerufen am 26. Januar 2017.
  11. Bono's Facebook stake to make him world's richest rock star. In: Times LIVE. 5. Februar 2012; abgerufen am 26. Januar 2017.
  12. Investment Team, Elevation Partners
  13. http://www.tagesschau.de/ausland/paradisepapers/paradisepapers-197.html
  14. Chartquellen:
  15. a b In a Lifetime in den Official UK Charts (englisch)
  16. Bono and Gavin Friday: In the Name of the Father in den Official UK Charts (englisch)
  17. Wyclef Jean ft. Bono: „New Day“ in den Official UK Charts (englisch)
  18. David Carr: Investors, Including Bono, Buy a Piece of Forbes. In: The New York Times. 7. August 2006; abgerufen am 26. Januar 2017 (englisch).
  19. Tiifany Parotto - „Just for Fun“: Why South Park Loves To Hate Bono. In: BuzzFeed. 2. April 2014; abgerufen am 26. Januar 2017.
  20. Jamaica Mistaica Incident. In: BuffettWorld. Abgerufen am 26. Januar 2017.
  21. Fotos von der Hemisphere Dancer im Margaritaville Café Orlando
  22. Bono recalls terrifying day police shot at him. In: Belfast Telegraph. 29. August 2009; abgerufen am 26. Januar 2017.
  23. Bono erklärt seine Sonnenbrille: Er leidet an Grünem Star. In: Aargauer Zeitung. 17. Oktober 2014; abgerufen am 26. Januar 2017.
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 19.11.2017 14:51:26

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bono aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.