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Radio Swiss Pop Topsongs: «Imagine»

John Lennon (hier mit seiner Frau Yoko Ono) schrieb seinen Song «Imagine» 1971. - Quelle: Keystone/AP/Photo Sands John Lennon (hier mit seiner Frau Yoko Ono) schrieb seinen Song «Imagine» 1971. (Quelle: Keystone/AP/Photo Sands)

Nach dem Ende der Beatles schrieb John Lennon die Friedenshymne «Imagine», die bis heute berührt. Warum? Weil sie in eine intime Ballade verpackt ist und anregt statt anklagt. Mit einem wütenden Rock-’n’-Roll-Song hätte Lennon kaum so viele Gesellschaftsschichten erreicht. «Imagine» zählt zu den beliebtesten Songs der Hörerinnen und Hörer von Radio Swiss Pop.

Von Marc Krebs

In regelmässigen Abständen küren Zeitschriften und Radiosender die grössten Lieder der Musikgeschichte. Dieses hier taucht seit Jahrzehnten in den Top Ten auf: «Imagine» von John Lennon. Vom renommierten Magazin «Rolling Stone» wurde es 2011 zum drittgrössten Lied aller Zeiten gekürt. Eines der meistinterpretierten Stücke des 20. Jahrhunderts ist es auch, wie uns die Statistiken sagen. Warum? «Imagine» ist ein schlichtes und schlicht berührendes Lied. Simple Akkorde auf dem Flügel begleiten sanften Gesang, die Bandbegleitung ist gedämpft, eine Streicher-Glasur steht für süsse Schwärmerei.

Doch die Form wäre nichts ohne den Inhalt. Jahre vor Bob Marley («One Love») oder U2 («One») lieferte John Lennon eine Friedenshymne, die seit ihrer Veröffentlichung 1971 Bestand hat. Das bestätigte der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter vor einigen Jahren in einem Interview: Er habe 125 Länder besucht, in vielen würde «Imagine» fast gleichberechtigt mit der Nationalhymne gespielt, sagte er beeindruckt.

Die universale Botschaft berührt, weil Lennon nicht anklagt, sondern anregt: «Stell dir vor, es gäbe keine Länder. Stell dir vor, es gäbe nichts, wofür man töten oder sterben würde. Und auch keine Religionen», singt er nachdenklich zu seiner Klavierbegleitung. «Stell Dir vor, die Menschen würden in Frieden zusammenleben», fährt er fort und leitet über in die Feststellung: «You may say, I’m a dreamer – but I’m not the only one». Nein, er war nicht der einzige Träumer, dieser Ex-Beatle.

Denn tatsächlich berührt das Stück jede junge Generation aufs Neue: Das zeigt auch der Blick in die Schweizer Hitparade, ist der Song doch seit 1971 gleich mehrfach wieder in den Charts aufgetaucht. Nach Lennons Ermordung 1980 natürlich, aber zuletzt auch vor zwei Jahren. Warum? Weil «Imagine» perfekt in den geistigen Bausatz einer neuen Weltordnung passt, wie ihn sich Teenager herbeisehnen. Man kann die Botschaft dieser sanften Hymne belächeln. Doch selbst wenn man die juvenile Naivität abgestreift hat und pragmatisch das Weltgeschehen betrachtet: Der Unschuld, der Kraft dieses Liedes kann man sich nicht entziehen.

Dass Lennon seine Anregungen dabei in eine süssliche Ballade verpackte, ist ein cleveres Kunststück: Mit einem wütenden Rock-’n’-Roll-Song hätte er kaum so viele Gesellschaftsschichten erreicht.

«Imagine im Programm von Radio Swiss Pop»

In unserer Rubrik «Radio Swiss Pop Topsongs» stellen wir in unregelmässigen Abständen Titel vor, welche aus der Sicht der Redaktion Musikgeschichte geschrieben haben oder zu den beliebtesten Titeln im Programm zählen. Bereits besprochene Titel sind:

Michael Jackson: Billie Jean
Polo Hofer: Alperose
Queen: Bohemian Rhapsody
The Eagles: Hotel California
Phil Carmen: On My Way In L.A.
Amy Macdonald: This Is The Life
Gotthard: Heaven
Simon & Garfunkel: Bridge Over Troubled Water
Lovebugs: Music Makes My World Go Round


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